Seit April dieses Jahres kann der inzwischen in Freiburg lebende FIDE-Meister einen neuen Rekord in der Südtiroler Schachszene für sich beanspruchen. Er hat die bisher höchste FIDE-Elozahl (2414) eines Südtiroler Denksportlers erreicht, die ab 1. Mai um einen weiteren Punkt (2415) angewachsen ist. Damit ist er erst der zweite Schachspieler des Südtiroler Schachbundes SSB, der die 2400 Marke überschreiten konnte. Bisher war es nur der weitere Kalterer IM Alexander Bertagnolli, der im Mai 2010 die Quote 2406 erreichte. Damit wurde zugleich auch eine weitere Hürde zum IM-Titel überwunden. Nach seiner ersten IM-Norm 2013 in Porto San Giorgio sind dafür allerdings noch zwei weitere erforderlich.
All dies bleibt natürlich auch der restlichen Schachwelt nicht verborgen, und deshalb ist Paltrinieri auch längst über die Landesgrenzen hinaus ein gefragter Mann. In Österreich hatte er z.B. in der 2. Bundesliga West bei Rochade Rum 3 Auftritte, wobei er 2,5 der insgesamt 30 Brettpunkte für das Tiroler Team holte, was für Rang 9 und damit den Klassenerhalt reichte. Viermal kam Paltrinieri hingegen bei der Tiroler Mannschaftsmeisterschaft bei der Spielgemeinschaft Rum/Hall/Mils zum Einsatz und konnte dabei 3,5 Punkte beisteuern, was mit 17 Mannschaftspunkten und 40 Brettpunkten sogar zum Meistertitel reichte.
In der höchsten Liga Italiens, dem Master, kam Ende April bei den 57. Mannschafts-Italienmeisterschaften in Boario Terme Paltrinieri ebenfalls zum Einsatz und auch da schaute am Ende der neun Runden der 9. Tabellenrang für sein Team Arzachess heraus. Darüber wurde bereits ausführlich berichtet.
Ebenfalls auf der Liste einer Mannschaft scheint der gebürtige Kalterer in der französischen Teammeisterschaft auf. Dort agierte er recht erfolgreich bei Mulhouse Philidor 2 in der 1. National Gruppe B, wo er 7 Punkte in den 9 Begegnungen erreichte und damit den Großteil seiner FIDE-Elopunkte der letzten Zeit holte. Er blieb dabei ungeschlagen, bezwang u.a. auch GM Glenn Flear und steuerte 5 wertvolle Siege am zweiten Platz in der Gesamtwertung bei, denn in Frankreich zählen lediglich die Siege, sodass eine Begegnung auf 8 Brettern u.a. z.B. auch mit einem 2:1 Endergebnis ausgehen kann. Der Aufstieg in die höchste französische Liga blieb Mühlhausen 2 allerdings versperrt, da dort bereits ein Team vertreten ist.
In Südtirol ist der dreifache Einzelmeister nur noch selten bei Turnieren anzutreffen, wie z.B. bei der 8. Kalterer Trophy im Oktober letzten Jahres (im Bild). In der SMM, wo der ausgewanderte FM für die Spielgemeinschaft Kaltern/Tramin 2008, 2014-2016 und 2018 fünfmal am Gewinn der Südtiroler Mannschaftsmeisterschaft beteiligt war, stand er zuletzt 2020 im Einsatz. Auch in seinem neuen Domizil in Freiburg, wo er beim SK Freiburg-Wiehre eingeschrieben ist, war er in der letzten Saison in Teamwettbewerben nicht anzutreffen.